Biography

Am 24. August 1976 haben ein Physiklehrer und eine Krankenschwester als frisch gebackene Eltern in der australischen Hauptstadt Canberra die Sektknorken knallen lassen, denn endlich war er da! Baby Alex wurde inmitten des australischen Winters geboren und sollte nichtsdestotrotz einmal der heißeste Aussie-Export werden auf den die Welt gewartet hat. Davon wussten die glücklichen Eltern damals natürlich noch nichts. Und hätte man im Verlauf seiner turbulenten Kindheit und Jugend jemanden in Alex‘ näherem Umfeld gefragt – wahrscheinlich wäre keiner auf die Idee gekommen, dass der blonde Junge mit den Anpassungsschwierigkeiten mal ein gefeierter Star werden würde.

Warum? Tja, dazu muss man ein bisschen weiter ausholen… Wie viel weiß man über Scheidungskinder, die regelmäßig zwischen zwei weit entfernten Städten hin und her pendeln um mal bei Mama und mal bei Papa zu sein und die darüber hinaus nicht gerade die besten Startbedingungen für ein unkompliziertes Leben mitbringen, weil sie unter ADHS und Zwangsstörungen leiden? Keine Ahnung. In Alex‘ Fall wissen wir genau so viel: seine Eltern haben sich schon in seiner frühen Kindheit scheiden lassen und was folgte muss für Alex ein Wechselspiel zwischen Sydney und Canberra gewesen sein. Auch die Schule fiel ihm alles andere als leicht, deshalb war mit 14 erst mal Schluss. Rückblickend erzählt Alex, dass er sich immer als Außenseiter gefühlt hat, der nirgends reinpasste, der Schwierigkeiten hatte zu lernen, weil scheinbar niemand wusste wie man ihm etwas beibringen soll und der daraufhin der Sache irgendwann so überdrüssig war, dass er einfach hingeworfen hat. Aber was macht man als Teenager ohne Schulabschluss und Ausbildung? Jobben. Und zwar alles Mögliche. Von der Küchenhilfe angefangen über Aushilfstätigkeiten als Gärtner, Bauhelfer, Klempner, Barkeeper… Es gibt vermutlich wenig was Alex nicht schon gemacht hat.

Sein Lieblingsjob dürfte es jedoch gewesen sein, den Rabauken vom Dienst abzugeben. Er hat es schon immer geliebt aktiv zu sein, zu skateboarden, Rampen zu bauen, zu klettern und sich die Knie aufzuschürfen. Sein Hang zu Extremsportarten ist eines der Dinge, die er auch im Erwachsenenalter nicht abgelegt hat. Er fährt noch immer Motorrad, klettert gerne, treibt allerlei Sport und seine neueste Leidenschaft ist das Surfen. Aber nochmals zurück zu ein paar entscheidenden Punkten in seinem Leben. Im jungen Alter von 20 Jahren wurde Alex selbst Papa eines kleinen Sohnes namens Saxon.

Saxon kam 1997 zur Welt, also zu einer Zeit in der in Alex‘ Leben noch immer keine deutliche Laufbahn zu erkennen war. Alex sagt „er ist das Zentrum meines Universums“ . An diesem Punkt wiederholt sich die Geschichte, denn auch Alex und Saxons Mutter (deren Namen wir bis heute nicht kennen und vermutlich auch niemals kennenlernen werden) trennten sich irgendwann. Heute lebt Saxon bei seiner Mutter in Australien und besucht Alex so wie es die Schulferien und Drehpausen erlauben. Erst 2 Jahre nach Saxons Geburt, im Jahr 1999 , fasste Alex einen Entschluss, an dem später nichts mehr zu rütteln war.

Er hatte zwar zuvor schon an einigen kleineren Theateraufführungen mitgewirkt, doch eines Tages meinte ein guter Freund zu ihm: „Du bist Schauspieler, das weißt du. Und wenn du dieses Talent nicht nutzt, bist du ganz schön dämlich.“ Alex sagte über die damalige Zeit später in seinem Leben, dass er sich Theaterstücke, Kinofilme, Shows und Aufführungen angesehen hat und den Saal danach mit einem leeren, nostalgischen Gefühl verlassen hat, das ihm keiner nehmen und das er niemandem erklären konnte. Er musste selbst in diese Welt des Schauspiels eintauchen um ein Teil dessen zu werden, was er „Geschichten erzählen“ nennt um „den Zuschauer auf eine Reise mitzunehmen“ . Wer Alex in Late Night Talkshows und anderen Interviews schon einmal beim Anekdoten Erzählen zugesehen hat, weiß vermutlich, was damit gemeint ist. Kein noch so kleines Erlebnis, das Alex nicht mit vollem Körpereinsatz, Mimik, Gestik und einer riesigen Portion Humor nacherzählen könnte, ohne dass die Zuschauer gebannt an seinen Lippen hängen und mehr von ihm hören wollen. Also tat er einen Schritt, der zukunftsweisend sein sollte, und bewarb sich am National Institute for Dramatic Arts in Sydney (NIDA) um einen Studienplatz für eine 3-jährige Schauspielausbildung . Trotz mehrerer hundert Bewerbungen, die jährlich an der NIDA eingehen, schaffte es Alex, sich einen Platz zu ergattern und die Aufnahmeprüfungen zu bestehen. Seien wir mal ehrlich: das grenzt an Wunder, wenn man seinen Lebenslauf bis dato einmal genau unter die Lupe nimmt. Und das wiederum unterstreicht das Talent, das man bereits damals in ihm gesehen hat.

Drei Jahre später hielt er seinen Abschluss als Bachelor of Dramatic Arts in den Händen und alles was er nach dieser anstrengenden Zeit des Lernens wollte war: „erst mal in meinen Pick-Up hüpfen und fischen gehen. Zeit mit Freunden verbringen. Leben.“ Hollywood? Bloß nicht. So kam es, dass er in mehreren australischen Produktionen und Werbespots mitgewirkt hat – was nicht unbemerkt blieb, denn schon in dieser Anfangsphase seiner Karriere erntete er 2005 unter anderem Nominierungen des Australian Film Institute als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als Will Bryant in „The Incredible Journey of Mary Bryant“ sowie eine Nominierung für einen „Silver Logie“ , der von den australischen Filmgesellschaften verliehen wird. Für den Film „Feed“ trat Alex außerdem zum ersten Mal nicht nur als Hauptdarsteller sondern auch als Co-Produzent in Erscheinung. Tja und dann? Dann kam Alex offenbar doch irgendwann auf die Idee, dass Hollywood nicht so schlecht wäre. Schließlich ist es das Mekka der Filmindustrie und wie Alex selbst sagte: „als Schauspieler geht man dorthin, wo die Arbeit ist“ . Und Arbeit gab es genug! Nur leider nicht von Anfang an.

In 2005 kam, was sich für Alex wie ein zu früher Ritterschlag angefühlt haben muss: er wurde zum Casting für die Rolle des einzigen, echten und wahrhaften James Bond 007 eingeladen. Doch die Zusage ging bekanntlich an Daniel Craig. Alex sagte später, dass er eigentlich nie damit gerechnet hat, den Job zu bekommen, unter anderem weil er einfach noch zu jung war. Aber dennoch… „Alle Leute fragen mich danach. Es ist DIE Rolle,…. die ich NICHT bekommen habe.“ Och, Mensch. Es blieb aber glücklicherweise nicht immer bei Absagen. Ab dem Jahr 2006 machte Alex seine ersten kleinen Schritte in der Filmwelt von L.A. Wie klein die Schritte waren zeigt sein allererster Auftritt in einer Hollywoodproduktion: er war die männliche Hälfte des küssenden Paares mit dem der Film „Liebe braucht keine Ferien“ beginnt. Wow. Wie lange hält einen wohl die Gage für einen ziemlich exakt 25 Sekunden langen Auftritt ohne Sprechrolle über Wasser? Vermutlich nicht sehr lange. Es war zwar nicht die einzige Rolle, die Alex ergattern konnte (die vollständige Liste gibt es in der Filmography ), und dennoch war es eine harte Zeit für ihn. Wenn er daran zurückdenkt erzählt er: „Ich habe bei einem Kumpel auf der Couch geschlafen und bin morgens von einer nassen Hundezunge aufgeweckt geworden. Mein einziges Hab und Gut, ein Motorrad, wurde mir geklaut. Ich wurde immer wieder abgelehnt und musste mich jedes einzelne mal wieder neu hochrappeln, mir den Staub von den Hosen klopfen und es nochmal probieren. Ich hatte ja nicht mal genügend Geld für ein Ticket, das mich wieder nach Hause gebracht hätte.“ Autsch… Doch das Staub von den Hosen klopfen lohnte sich, denn es ging bergauf! Auch in der Liebe. Etwa 3 Jahre lang sah man Alex und seine damalige Freundin Holly Valance Seite an Seite bis sie sich Anfang 2009 trennten.

In dieser Zeit ging es mächtig rund in Alex‘ Karriere. Er flimmerte in seiner ersten Rolle, die ihm tausende Fans weltweit brachte (und bis zum heutigen Tag immer noch weitere, neue ans Alex-Ufer spült…) über die Bildschirme. Vampirdetektiv Mick St. John. An dieser Stelle ist es erlaubt, ganz kurz ins Traumland zu verschwinden – allerdings nur um sofort wieder aufzuwachen. Denn das Glück von Moonlight war nach nur einer Staffel vorbei und es wurde erst mal still um Alex. Zumindest wenn man das ohrenbetäubende Wehklagen der Moonlight-Fans ausblendet, das die Serie leider auch nicht zurückholen konnte. Seinen ersten öffentlichen Auftritt nach dieser Durststrecke hatte Alex bei der Noche de Niños Gala 2009 neben Jennifer Lopez, mit der er später The Back-Up Plan drehte. Er sah ausgezehrt aus… Und irgendwann erfuhr man auch weshalb, als Alex während der Promo für seine neue Serie Three Rivers bei Late Talker Craig Ferguson von seinem Mexiko Urlaub erzählte. Dort handelte er sich, damals noch mit Holly als Urlaubsbegleitung, eine Lebensmittelvergiftung ein, die sehr viel schlimmer wohl nicht hätte ausfallen können (Botulismus). Es dauerte einige Monate bis er sich wieder vollständig davon erholt hatte. Und zack, kam der nächste Tiefpunkt, mit der verfrühten Absetzung seiner Arztserie Three Rivers . Zumindest eine bleibende Bereicherungen für sein Leben hat er aus dieser Zeit jedoch mitgenommen: den Titel „Donate Life Person of the year 2010“ , den ihm die gleichnamige Organspendeorganisation „Donate Life“ , für seinen Einsatz als Botschafter verlieh.

Es gibt TV-Kenner, die sagen, Alex hätte nichts besseres passieren können, als mit CBS so einen starken Netzwerkpartner an seiner Seite zu haben, der ihn halten und halten und weiterhin halten möchte, bis er auf Biegen und Brechen irgendwann in die Serie hineinfindet, die ihm den verdienten Erfolg bringt. Vielleicht hat er sie mittlerweile gefunden. Oder bessergesagt: sie hat ihn gefunden. Die Rolle als Steve McGarrett im TV-Remake Hawaii Five-0 wurde ihm noch Ende des Jahres 2009 von CBS angeboten und der Rest ist Geschichte. Alex lebt mittlerweile in einem Anwesen auf Hawaii, wo er sich laut eigener Aussage so wohl fühlt wie selten zuvor. „Diese Insel hat viel von meiner Heimat Australien – es ist wundervoll, hier zu leben.“ Da kann man nur gratulieren. Und einen weiteren Anlass zum Gratulieren gibt es obendrein: zum ersten Mal in seiner Karriere kann Alex sagen „Welcome to Season 2!“ Man hat Leute munkeln gehört, die behaupteten, es könnte die Rolle seines Lebens werden. Wir wünschen ihm trotzdem noch viele weitere, in denen er als der Star glänzen kann, der er nunmal ist.

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